André Hamann, Inhaber des Lujah

 

Es geht hier nicht um den leeren Bar-Hocker, der sein einsames Dasein seit nunmehr einem Jahr fristet. Es geht um den Mann hinter der Bar, am Tresen. Um André, Inhaber des "Lujah" in Halle, einer außergewöhnlichen Bar mit Restaurant-Charakter.

 

"Jeden Beruf musst du leben und lieben. So geht es mir hinter dem Tresen. Mein Team und ich, wir lieben unseren Beruf so sehr, dass wir trotz allem weitermachen. Stehenbleiben ist unvorstellbar. Vor allem in Zeiten wie diesen kann ich nicht einfach dasitzen und nur zusehen", erzählt mir André während unseres Shootings. Er übt seinen Beruf nicht nur mit Hingabe, Ehrgeiz und Leidenschaft aus, als gelernter Kaufmann verfügt er auch über den nötigen wirtschaftlichen Hintergrund. Er weiß, wie unersetzbar ein gutes Team für den Erfolg eines Unternehmens ist.

 

Wenn das Team nicht hinter mir steht, funktioniert die Idee einer guten Cocktail-Bar, einer Bar mit Charakter, nicht. Die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, sind für mich mehr als ein Team. Sie sind Familie." Er bedauert daher sehr, dass sich einige seiner Service-Kräfte eine neue, fachfremde Arbeit suchen mussten, da es finanziell einfach nicht gereicht hat. Kurzarbeit und Überbrückungshilfen sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

 

Doch Aufgeben ist keine Option für André. Dass Krisen besonders erfinderisch machen, beweist er seit einem Jahr immer wieder aufs Neue.

 

 

 

"Ich bin ein Mensch mit Ideen und Visionen, die aus der Liebe zu meinem Job heranwachsen. Ich lerne immer dazu, erfinde mich neu. Klar, in der aktuellen Situation ist die eigene Verwirklichung nur sehr schwer machbar. Doch ein "Es reicht" ist nicht mein innerlicher Anspruch, vor allem jetzt nicht. Dürfen die Gäste ihre Freizeit nicht bei uns verbringen, machen wir sie eben zu Hause glücklich. Wir möchten ein Gefühl der Normalität transportieren." So bietet das Lujah seit geraumer Zeit Cocktails und Snacks zur Abholung sowie einen exklusiven Cocktail-Lieferservice an. Ein Ersatz für die pulsierenden und lebendigen Abende, die André in seiner Bar normalerweise gewöhnt ist, ist das selbstverständlich nicht, schon gar nicht finanziell.

 

"Wir als Gastronomie brauche nicht nur die Menschen als Gäste, sie brauchen auch uns. Wie sehr, das war uns vor dem Lockdown gar nicht so bewusst. Wegzugehen, zu feiern, sich spontan auf einen Drink mit anderen Menschen zu treffen - das ist Freiheit. Dafür steht die Gastronomie. 

 

Ich bin relevant.

Was ich tue, ist von Bedeutung.

 

Ich bringe Menschen zusammen.

Ich kreiere, verwöhne und verköstige.

Ich biete einen Ort zum Abschalten und Aufleben.

Ich bin Feierabend-Versüßer.

Ich präge das Stadtbild.

 

Ich bin relevant."